Electrony

Der deutsch-amerikanisch-stämmige Ausnahmemusiker Anthony – Daniel Porten, dessen Vater bei der US-Army arbeitete, begann seine frühen Klangexperimente mit 12 Jahren mit einem Keyboard und den Mitte der 90ern gerade aufkommeden PlugIns am Rechner. Als großer Freund klassischer TR-808 Beats und Sounds entfalten sich ELECTRONYs Soundscapes sowohl dem modernen Nachtschwärmer als auch dem Techno-Puristen, der mit trendigem Minimal nicht mehr viel anfangen kann und sich lieber Ambient - angehauchten Electronica mit bearbeiteten Hip-Hop - Beats in den Player legt.


Soul Less Unit

Dass sich das Neue oft am Alten orientiert, ist genauso bekannt wie umstritten. Bei Electronys erstem großen Album „Soul Less Unit“ sind diese beiden Thesen keine Gegensätze. Flächen und Arpeggios sind in akribischer Kleinstarbeit im Arbeitsstudio entstanden, die Beats und vielen markigen Synthesizer sind auch sicher Hip-Hop Freunden symphatisch. Meditatives trifft auf den Motor Rhythmus, und Anthony Porten legt die entstehenden Energien nieder in einer Platte, die mehr als ambitioniert ist und liefert dem Hörer eine tolle Mischung verschiedener Metaebenen. 


 Tronic

Mit seinem zweiten Longplayer „Tronic“ präsentiert der Elektro - Musiker ELECTRONY eine konsequente und stilsichere Weiterentwicklung seines musikalischen Schaffens. Songtitel wie „virtualBLOOD“ oder „artificialMIND“ lassen auf ein eher technokratisches Weltbild des Künstlers schließen. Damit bewegt sich ELECTRONY auf den Fußstapfen solch großer Künstler wie Aphex Twin und Konsorten, dessen letztes Album „Syro“ könnte Pate stehen zu „Tronic“. Charmante Melodien wie aus dem C64 werden ergänzt von dicken Acid- Bässen, der Rhythmus groovt, und – das Beste des ganzen Albums – die Barock – angehauchten Arpeggios sorgen für komplexe harmonische Zusammenhänge. Gemischt und gemastered wurde das Album im Freundeskreis, das etwas unheimliche Cover wirkt authentisch passend zur musikalischen Stilrichtung, und ELECTRONY beweist uns, dass sich musikalische Begabung nicht an der Größe des Studios, sondern am Talent, aus wenig viel zu machen, messen muss.


no_where

!electrony! und kein Ende! Der Day Records - Dauerbrenner Anthony Daniel Porten alias !electrony! legt sein drittes Studioalbum namens "No_Where" hin und zeigt sich dabei so produktiv und kreativ wie nie. Das Equipment im Studio in seiner WG platzt fast aus allen Nähten, und trotz neuen Gerätschaften, analogen Rhythmusmaschinen und Synths bleibt !electrony! seinem Stil ausserordentlich treu. Die Mischung aus Techno, Elektro und ein wenig Hip Hop nennt !electrony! selbst kurz "Cross", und die selbstgestalteten Merchandise- Utensilien wie T-Shirts und Schlüsselanhänger
gehen ebenso gerne rum im Day Records - Land wie die in kleiner Auflage gepresste CD. Und auch, wenn die Hochzeit elektronischer Strömungen wie Minimal, Nu-Jazz oder Dubstep um die Zeit während und nach dem Millenium herum eigentlich schon fast wieder etwas abgeflaut ist: Electronys klassischer und zeitloser Sound begeistert immer wieder, und das fernab des Mainstreams oder anderen populären Sub-Genres.